Stielwarzen am Hals selber entfernen: Abschneiden, Abbinden oder Vereisen? (Mein schmerzhafter Test)

Kennt ihr diese kleinen, hautfarbenen „Hautsäckchen“, die gerne mal am Hals, unter den Achseln oder am Augenlid wachsen?
Sie tun nicht weh. Sie sind nicht gefährlich. Aber mein Gott, sie nerven!
Ich hatte neulich so ein Ding genau am Halskragen. Jeden Morgen beim Hemd zuknöpfen blieb ich hängen. Oder beim Rasieren musste ich drumherum manövrieren wie ein Slalomfahrer. Es sieht einfach irgendwie „ungepflegt“ aus, findet ihr nicht auch? Man fühlt sich wie eine alte Hexe, der nur noch die Warze auf der Nase fehlt.
Also habe ich gegoogelt: „Warze am Hals entfernen“.
Und da ging mir ein Licht auf: Das sind gar keine Warzen! Das sind Stielwarzen (Fachbegriff: weiche Fibrome).
Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die Gute: Sie sind nicht ansteckend! Ihr habt euch nicht mit einem Virus (HPV) infiziert. Es ist einfach nur eine gutartige Wucherung des Bindegewebes.
Die Schlechte: Sie gehen fast nie von alleine weg. Apfelessig und Co. bringen hier oft nichts, weil kein Virus getötet werden muss.

Aber Alex wäre nicht Alex, wenn er nicht trotzdem Wege gefunden hätte, die Dinger loszuwerden, ohne gleich 100 Euro beim Hautarzt zu lassen. Hier sind die drei Methoden – von „sanft“ bis „Rambo“.


Methode 1: Die „Rambo“-Methode (Schere) – NICHT NACHMACHEN!

Okay, ich muss das erwähnen, weil ich weiß, dass viele von euch (Männer vor allem) das schonmal gemacht haben. Oder zumindest drüber nachgedacht haben.
Ich gestehe: Ich hab es getan.
Ich stand vor dem Spiegel, hab die Nagelschere desinfiziert und schnipp.

Das Ergebnis:

Ja, das Ding war weg. Aber Leute… es hat geblutet wie Sau!

Stielwarzen sind extrem gut durchblutet. Ich stand da 20 Minuten mit einem Taschentuch am Hals und sah aus wie nach einem Vampir-Angriff. Außerdem brennt es höllisch, wenn dann Schweiß oder Deo in die offene Wunde kommt.

Und das Risiko einer Entzündung ist riesig. Also: Auch wenn es verlockend schnell geht – lasst die Schere im Schrank!


Methode 2: Das Abbinden (Der Zahnseide-Trick)

Das ist der Klassiker unter den Hausmitteln. Die Idee: Man schnürt dem kleinen Säckchen die Blutzufuhr ab. Ohne Blut stirbt das Gewebe ab, wird schwarz und fällt ab. Klingt logisch, oder?

So hab ich es gemacht:

Ihr braucht Zahnseide oder einen feinen Nähfaden.

Man macht eine kleine Schlaufe, legt sie ganz eng um den „Stiel“ (also die Basis) der Warze und zieht zu. Knoten rein. Fertig.

Mein Erfahrungsbericht:

  • Tag 1: Es ist fummelig! Versucht mal, euch selbst am Hals einen Knoten zu binden. Man braucht fast eine zweite Person. Sobald der Faden fest war, pochte es kurz, dann wurde die Warze lila.
  • Tag 2-3: Die Warze wurde schwarz und schrumpelig. Sah nicht schön aus, aber man kann es ja mit einem Pflaster überkleben.
  • Tag 5: Beim Duschen ist das vertrocknete Ding einfach abgefallen.

Vorteil: Es blutet nicht und tut kaum weh.

Nachteil: Man läuft halt fast eine Woche mit einem Faden am Hals rum. Und wenn man die Schlaufe nicht fest genug zieht, entzündet es sich nur, fällt aber nicht ab.


Methode 3: Die Apotheken-Lösung (Vereisen für Fibrome)

Da Stielwarzen keine Wurzel haben wie Dornwarzen, braucht man hier spezielles Werkzeug. Normale Warzenmittel (Säure) sind oft zu aggressiv für die dünne Haut am Hals!

Es gibt mittlerweile spezielle Vereisungs-Sets für Stielwarzen (z.B. von Wortie). Die haben einen speziellen Aufsatz, der das Ding einklemmt und dann vereist.

Ich hab das unter der Achsel getestet (ja, ich bin eine Baustelle, ich weiß).

Das Prinzip ist genial: Man stülpt einen kleinen Schaumstoff-Ring über das Fibrom zum Schutz der Haut. Dann kommt der Vereiser drauf.

Es wird eiskalt, zwickt kurz.

Nach ca. 10 Tagen fällt das Ding ab.

Das ist für mich die sauberste Lösung, wenn man das Geld (ca. 15-20 Euro) ausgeben will und keine Lust auf Faden-Experimente hat.


Methode 4: Apfelessig (Ja, er schon wieder!)

Auch wenn ich oben meinte, es ist kein Virus: Apfelessig kann auch hier helfen, weil die Säure das Gewebe angreift.

Ich hab es probiert: Wattepad in Essig tränken, mit Pflaster auf das Fibrom kleben.

Achtung: Am Hals ist die Haut super empfindlich! Ich hatte nach 2 Tagen einen knallroten Fleck am Hals, der aussah wie ein Knutschfleck (peinlich im Büro…).

Das Fibrom wurde zwar schwarz, aber die Reizung drumherum war es mir nicht wert. Wenn, dann macht das nur ganz vorsichtig und schützt die Haut drumherum fett mit Vaseline!


WICHTIG: Ist es wirklich eine Stielwarze?

Bevor ihr jetzt zur Zahnseide greift – ein ernstes Wort.

Bitte verwechselt Stielwarzen nicht mit Muttermalen oder Leberflecken!

Wenn das Ding:

  • Dunkelbraun oder unregelmäßig gefärbt ist,
  • flach auf der Haut liegt (keinen „Stiel“ hat),
  • sich schnell verändert oder blutet…

… dann FINGER WEG und ab zum Hautarzt! Wenn ihr an einem bösartigen Muttermal rumschnippelt, kann das lebensgefährlich werden.

Eine Stielwarze erkennt ihr daran, dass sie hautfarben ist, weich, und beweglich wie ein kleines Säckchen an einem dünnen Stiel hängt.


Weg mit den Dingern!

Stielwarzen sind harmlos, aber sie nerven einfach. Für mich ist das Abbinden (wenn man geschickte Finger hat) die billigste und effektivste Methode. Wer es hygienischer mag, holt sich das Vereisungs-Set aus der Apotheke. Aber bitte, tut mir den Gefallen: Lasst die Schere weg. Das Blutbad wollt ihr nicht haben.

Habt ihr auch diese nervigen Anhängsel? Habt ihr schonmal den Zahnseide-Trick probiert oder habt ihr einen anderen Lifehack? Ich hab mal gelesen, manche nehmen Nagellack und pinseln sie ein, bis sie ersticken… Mythos oder Wahrheit? Was meint ihr?

Bis bald (und hoffentlich ohne Anhängsel)