Als Alex habe ich immer wieder Zuschriften von besorgten Eltern und Erwachsenen erhalten, die plötzlich kleine stecknadelkopfgroße Knötchen auf der Haut entdecken – meist mit einer winzigen Delle in der Mitte. Viele denken sofort an „Warzen“, doch bei sogenannten Dellwarzen handelt es sich um eine ganz eigene Viren‑Geschichte. Sie werden durch das Molluscum‑contagiosum‑Virus ausgelöst und nicht durch Humane Papillomviren (HPV) wie „echte“ Warzen. Dellwarzen treten besonders häufig bei Kindern auf und sind hoch anstecken. Das Virus wird über direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher oder Spielzeug übertragen, oft auch beim Schwimmen.
Was Dellwarzen auszeichnet
- Aussehen: Kleine, feste, hautfarbene Knötchen mit zentraler Delle.
- Betroffene Gruppen: Vor allem Kinder (5–12 % sind laut AOK betroffen); bei Jugendlichen und Erwachsenen können sie durch engen Körper‑ oder sexuellen Kontakt auftreten.
- Übertragung: Direkter Hautkontakt, gemeinsam genutzte Gegenstände, Schwimmbäder.
- Verlauf: Dellwarzen heilen meist innerhalb von zwei bis sechs Monaten von selbst ab.
Abwarten oder behandeln?
In den meisten Fällen verschwinden Dellwarzen von allein – Geduld ist also oft die beste Medizin. Ärztinnen und Ärzte raten zur Behandlung nur bei speziellen Situationen:
- Viele Knötchen oder langwieriger Verlauf: Wenn ständig neue Dellwarzen auftreten oder sie sich über Monate halten.
- Genitalbereich: Wegen der Ansteckungsgefahr für Sexualpartner werden Dellwarzen im Intimbereich meist entfernt.
- Geschwächtes Immunsystem: Menschen mit schwacher Abwehr können schwerere Verläufe haben und sollten sich behandeln lassen.
- Kosmetische Belastung: Wenn die Knötchen psychisch belasten, kann eine ärztliche Entfernung sinnvoll sein.
Behandlungsoptionen beim Arzt
Ärztinnen und Ärzte haben mehrere Werkzeuge gegen Dellwarzen:
- Kryotherapie (Vereisung): Ein Wattestäbchen mit flüssigem Stickstoff (−196 °C) wird an die Warzen gehalten, wodurch das Gewebe abstirbt.
- Kürettage: Die Dellwarzen werden mit einem scharfen Löffel abgetragen; meist unter lokaler Betäubung.
- Podophyllotoxin‑Lösung: Ein pflanzlicher Wirkstoff, der vor allem im Genitalbereich angewendet wird.
- Kaliumhydroxid (Kalilauge) oder Salicylsäure: Lösungen oder Salben, die eine kontrollierte Entzündungsreaktion auslösen und so das Abheilen beschleunigen.
- Imiquimod‑Cremes: Bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten können Cremes mit dem Wirkstoff Imiquimod helfen.
Neue Therapie: Cantharidin
In den USA wurde Cantharidin zur Behandlung von Dellwarzen zugelassen. Dabei wird die Substanz zweimal im Abstand von drei Wochen aufgetragen. Achtung: Cantharidin ist hochgiftig, kann Blasen und Hautschäden verursachen und darf im Genital‑ oder Analbereich laut europäischer Leitlinie nicht eingesetzt werden. Deshalb sollten nur erfahrene Hautärzte diese Therapie durchführen.
Was du selbst tun kannst
- Abkleben und nicht kratzen: Klebe die Dellwarzen mit einem Pflaster ab, um die Ansteckungsgefahr zu verringern und nicht versehentlich den infektiösen Inhalt zu verteilen.
- Hygiene beachten: Getrennte Handtücher benutzen, Spielzeug regelmäßig reinigen und Schwimmbadbesuche vorübergehend einschränken.
- Keine dubiosen Mittel aus dem Internet: Die Deutsche Apotheker Zeitung warnt, dass im Netz viele wirkungslose oder reizende Präparate kursieren. Stattdessen solltest du Kalilauge oder Salicylsäure nur in der Apotheke kaufen und dich beraten lassen.
Mein Fazit für 2026
Dellwarzen sind lästig, aber meistens harmlos. In der Regel reichen Abwarten und ein bisschen Pflastertherapie aus – vor allem bei Kindern heilen die Knötchen binnen Monaten von selbst. Du solltest jedoch aufmerksam bleiben: Wenn die Warzen lange bleiben, im Genitalbereich auftreten oder dich stark belasten, geh zum Hautarzt. Ärzt*innen können sie vereisen, abtragen oder mit speziellen Lösungen behandeln. Bleib wachsam, aber lass dich nicht verrückt machen.
Als Alex begleite ich dich auf dem Weg zur gesunden Haut. Wenn du unsicher bist, ob du warten oder handeln sollst, schreibe mir oder nutze unseren WartCheck (ja, den haben wir!). Gemeinsam finden wir heraus, welcher Weg für dich der Richtige ist.