Viele sprechen von „der Warze“, als wäre es immer dasselbe.
Tatsächlich steckt hinter Warzen jedoch eine ganze Familie von Viren – die Humanen Papillomviren (HPV). Und genau hier liegt der Schlüssel zum Verständnis, warum manche Warzen harmlos, andere hartnäckig und wieder andere medizinisch relevanter sind.
Was ist HPV überhaupt?
HPV ist eine Gruppe von über 200 verschiedenen Virustypen.
Davon befallen etwa 40 Typen Haut und Schleimhäute.
Wichtig:
- Nicht jedes HPV verursacht Warzen.
- Nicht jede Warze wird durch denselben HPV-Typ ausgelöst.
- Und nicht jeder HPV-Typ ist medizinisch gleich relevant.
Die häufigsten HPV-Typen bei Hautwarzen
HPV 1, 2, 4 – klassische Hand- und Fußwarzen
Diese Typen sind für die meisten gewöhnlichen Warzen verantwortlich:
- Vulgäre Warzen (an Händen, Fingern)
- Dornwarzen (an Fußsohlen)
Sie sind harmlos, aber oft hartnäckig.
HPV 1 ist besonders häufig bei Dornwarzen, die tief wachsen und schmerzhaft sein können.
HPV 3 und 10 – Flachwarzen
Diese treten häufig bei Kindern und Jugendlichen auf:
- Kleine, glatte Warzen
- Oft im Gesicht oder an Armen
Sie verschwinden oft von selbst, da das Immunsystem sie gut erkennt.
HPV 6 und 11 – Feigwarzen
Diese Typen verursachen Genitalwarzen (Condylome).
Sie gelten als Niedrigrisiko-Typen – das heißt:
- Sie verursachen Warzen
- Aber kein hohes Krebsrisiko
Diese beiden Typen sind auch Bestandteil der HPV-Impfung.
HPV 16 und 18 – Hochrisiko-Typen
Diese verursachen in der Regel keine sichtbaren Warzen, sondern können Zellveränderungen auslösen – etwa am Gebärmutterhals.
Sie gehören nicht zu den typischen Hautwarzen-Viren.
Warum ist dieses Wissen wichtig?
Weil es erklärt, warum:
- Warzen an Händen und Füßen meist harmlos sind
- Feigwarzen medizinisch anders bewertet werden
- Die HPV-Impfung nicht vor allen Warzen schützt
- Rückfälle möglich sind
Das Virus bleibt oft lokal in der Haut – auch wenn die sichtbare Warze entfernt wurde.
Warum das Immunsystem unterschiedlich reagiert
HPV ist clever.
Es löst kaum Entzündungen aus und versteckt sich in oberflächlichen Hautzellen.
Manche Menschen entwickeln:
- nie sichtbare Warzen
- nur eine einzige Warze
- immer wieder neue
Der Unterschied liegt weniger im Virus – sondern in der individuellen Immunreaktion.
Kann man den HPV-Typ testen lassen?
Bei gewöhnlichen Hand- oder Fußwarzen wird das normalerweise nicht gemacht.
Bei auffälligen Schleimhautveränderungen hingegen schon.
Im Alltag ist der genaue Typ für die Therapie meist nicht entscheidend – aber für die Risikoeinschätzung durchaus.
Warzen sind nicht „ein Virus“. Sie sind das Ergebnis verschiedener HPV-Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Die gute Nachricht:
Die meisten Hautwarzen sind harmlos.
Die schlechte Nachricht:
Hartnäckigkeit gehört zur Strategie des Virus.
Wer versteht, was dahinter steckt,
behandelt gezielter – und mit weniger Unsicherheit.